Lebensqualität älterer Menschen als zentrale Investition in die Gesundheit
13/01/2026 2026-02-24 19:58Lebensqualität älterer Menschen als zentrale Investition in die Gesundheit
Im dritten Zyklus des Bologna-Studienprogramms Sozialgerontologie verteidigte eine Studentin erfolgreich eine Doktorarbeit mit dem Titel:
„Minderung von Krankenversicherungsrisiken im Zusammenhang mit Stürzen gebrechlicher älterer Menschen durch die Entwicklung einer altersfreundlichen sozialen Infrastruktur.“
Die Dissertation befasst sich mit einer der zentralen Herausforderungen einer alternden Gesellschaft – Stürzen bei älteren Menschen, die eng mit dem Syndrom der Gerasthenie bzw. Gebrechlichkeit verbunden sind. Die Autorin geht von einem umfassenden Verständnis des Alterns aus, das körperliche, kognitive, emotionale und soziale Aspekte vereint, und betont die Notwendigkeit eines integrierten Ansatzes, der das Gesundheitswesen sowie die Sozial-, Stadtplanungs- und Wohnsysteme miteinander verbindet.
Stürze sind nicht zufällig, sondern eine Folge der Umwelt und der Gebrechlichkeit.
Stürze im Alter sind keine zufälligen Ereignisse, sondern das Ergebnis des Zusammenspiels von körperlicher Gebrechlichkeit, einem unzureichenden Wohnumfeld und sozialen Faktoren. Deshalb lassen sie sich nicht wirksam allein durch gesundheitliche Maßnahmen verhindern, sondern erfordern einen ganzheitlichen Ansatz, der auch den Raum einbezieht, in dem ältere Menschen leben.
Die Studie zeigt, dass ein angepasstes Wohnumfeld und eine altersfreundliche Infrastruktur das Sturzrisiko deutlich senken, die Sicherheit, Selbstständigkeit und soziale Teilhabe älterer Menschen erhöhen und zugleich zu erheblichen Einsparungen bei den öffentlichen Ausgaben beitragen.
Ein besonderer wissenschaftlicher Beitrag der Dissertation ist die Entwicklung eines innovativen versicherungsmathematischen und mathematischen Modells, das den gesellschaftlichen Wert des Wohnens älterer Menschen in spezialisierten Wohneinheiten durch die Senkung der Gesundheits- und Langzeitpflegekosten quantifiziert – insbesondere im Hinblick auf die schwerwiegendsten Folgen von Stürzen, wie etwa Hüftfrakturen.
Von wissenschaftlichen Ergebnissen zu konkreten öffentlichen Entscheidungen
Empirische Ergebnisse bestätigen, dass das Leben in spezialisierten, angepassten Wohneinheiten die Gesamtkosten im Vergleich zu einem nicht angepassten Wohnumfeld nahezu halbiert, während es zugleich die Lebensqualität älterer Menschen deutlich verbessert und den Zeitraum ihrer funktionalen Selbstständigkeit verlängert.
Die Dissertation verdeutlicht, dass Investitionen in altersgerechtes Wohnen keine Ausgabe, sondern eine gesellschaftlich verantwortungsvolle und wirtschaftlich sinnvolle Investition in die Nachhaltigkeit, Solidarität und Resilienz der Gemeinschaft sind.
Die erfolgreiche Verteidigung der Doktorarbeit stellt einen wichtigen wissenschaftlichen und beruflichen Beitrag im Bereich der Sozialgerontologie dar und bietet eine konkrete Grundlage für die Gestaltung zukünftiger öffentlicher Politiken für ein gesundes, sicheres und würdevolles Altern.