Archiv-Symposium zum Kulturerbe und zur Digitalisierung
22/08/2025 2026-02-24 20:00Archiv-Symposium zum Kulturerbe und zur Digitalisierung
Die Abteilung für Archivwissenschaften der Alma Mater Europaea Universität veranstaltete ein Symposium „Archivdienste im Römischen Reich mit Schwerpunkt auf Poetovio“
Das Symposium, das am 22. August 2025 in Ptuj stattfand, vereinte Experten und Forscher, die Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen, Analysen römischer Inschriften und historische Studien vorstellten, die die Entwicklung von Archivtätigkeiten und die Bedeutung der Stadt im Römischen Reich hervorhoben.
Die Bedeutung der Archivwissenschaften und institutioneller Zusammenarbeit
Der Rektor der Alma Mater Europaea Universität, Dr. Ludvik Toplak, betonte, dass die Archivwissenschaften die systematische Sammlung und Bewahrung von Dokumenten ermöglichen, was für das Verständnis der Vergangenheit entscheidend ist. Die Abteilung für Archivwissenschaften der Alma Mater bietet derzeit Studiengänge auf Bachelor-, Master- und Doktoratsniveau an.
Bürgermeisterin Nuška Gajšek hob hervor, dass Ptuj, die älteste Stadt Sloweniens, mit ihrem antiken Erbe Forscher und Tourist en anzieht und so ihre Position auf der europäischen Kulturlandkarte stärkt. Die Stadt beherbergt über 500 archäologische Fundstätten, darunter Reste öffentlicher Gebäude, Inschriften und Denkmäler.
Andrej Klasinc, Präsident der Poetovio-LXIX-Gesellschaft, stellte fest, dass die Römischen Spiele historische Nachstellungen und wissenschaftliche Symposien umfassen, was das akademische Profil der Stadt weiter stärkt.
Die Direktorin des Historischen Archivs von Ptuj, Katja Zupanič, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Archiven und Kultureinrichtungen hervor. Wie sie bemerkte, sind Archive die Hüter der Erinnerung, während Ptuj mit seinem antiken Erbe ein Ort ist, an dem Wissenschaft und Geschichte sich auf natürliche Weise miteinander verweben.
Archivtätigkeiten im antiken Ptuj
Dr. Peter Pavel Klasinc, Leiter der Archivwissenschaften an der Alma Mater, präsentierte Belege dafür, dass Poetovio über eine eigenständige Archivinstitution verfügte, was die Stadt zu einem der bedeutenden Verwaltungszentren des Römischen Reiches machte.
Dr. Julijana Visočnik stellte römische Inschriften und Tafeln vor, auf denen mindestens 14 Archivare namentlich genannt werden, und analysierte, wie diese Funde die Organisation der städtischen Ämter und das Alltagsleben beleuchten. Im Vergleich zu anderen Städten der Ostalpenregion hob sich Ptuj als Zentrum archivischer und administrativer Tätigkeit hervor.
Armin Bečić präsentierte in seinem Vortrag „Alle Wege führen zum Archiv: Römische Autorität durch Poetovio“, wie Archivdienste die lokale Verwaltung mit den übergeordneten römischen Autoritäten verbanden. Obwohl Ptuj keine Provinzhauptstadt war, betonte er, dass es ein wesentliches Zentrum für die Verwaltung und Dokumentation kaiserlicher Entscheidungen darstellte.
Moderne Ansätze und Digitalisierung
Dr. Anja Hellmuth Kramberger betonte die Notwendigkeit eines einheitlichen Katalogsystems, um archäologische und archivische Quellen zu verbinden. Marija Hernja Masten stellte das Konzept einer digitalen historischen Datenbank vor, die es dem römischen Ptuj ermöglichen würde, seinen Platz auf der europäischen Geschichtslandkarte zurückzuerobern und Forschern weltweit zugänglich zu werden.
Dies war das dritte Archiv-Symposium der Alma Mater. Es zeigte, dass die Verknüpfung von Forschung, Kulturerbe und der lokalen Gemeinschaft ein umfassendes Verständnis der Vergangenheit ermöglicht. Ptuj, ehemals Poetovio, bleibt eine Stadt, die historisch Wissenschaft, Verwaltung und Handel verbunden hat. Heute erlauben moderne Forschung und digitale Werkzeuge, ihr antikes Erbe in einen breiteren europäischen und globalen Kontext zu stellen.


